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Teeaufgüsse mit Wasser als Lösungsmittel können naturgemäß nur die wasserlöslichen Bestandteile der verwendeten Drogen enthalten. Schwerer lösliche Verbindungen gehen hingegen in nur sehr geringem Umfang in das Teegetränk über (z.B. nur ca. 20% der in den Drogen enthaltenen ätherischen Öle). Benutzt man hingegen Alkohol (Ethanol, Weingeist) als Lösungsmittel, gehen weitere Inhaltsstoffe in die Lösung über. Gleichzeitig wirkt der Alkohol als Konservierungsmittel. Die meisten Tinkturen werden im Verhältnis 1:5 angesetzt, das heißt, auf einen Teil Droge kommen 5 Teile Lösungsmittel, z.B. auf 100g Droge 500 ml Alkohol.

 
Für den Hausgebrauch eignet sich dafür ein guter Kornschnaps oder Wodka. Man setzt die zerkleinerte Droge mit der Extraktionsflüssigkeit an, lässt den Ansatz, der täglich umgeschüttelt werden muss, 10-14 Tage bei Zimmertemperatur stehen, gießt dann ab und presst den Drogenrückstand aus. Professionell geschieht dies mit Hilfe einer Tinkturenpresse, die einen Druck von 40-50 bar erzeugen kann. Auch eine Beeren- oder Obstpresse kann hier gute Dienste leisten. Den Idealzustand erreicht man, wenn von dem Drogenrückstand nur noch die unverwertbaren Bestandteile, etwa Holz und Cellulose, übrig bleiben. Die beim Auspressen noch anfallende Restflüssigkeit wird dem Abguss hinzugefügt. Man lässt diesen noch ca. 1 Woche stehen und filtert ihn dann durch einen Papierfilter oder ein sauberes Leinentuch ab.
 
 

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